Logo_solpool-kl06.03.2008

Stichworte: Solarenergie, Schwimmbäder, SOLPOOL

Der Sprung ins kühle Nass gehört zu den schönsten Erfrischungen des Sommers. Damit das Wasser während der gesamten Saison angenehm temperiert ist, wird in Europa Energie für viele Millionen € verbraucht. Steigende Preise für fossile Brennstoffe und ökologische Konsequenzen bringen Betreiber öffentlicher Bäder daher immer öfter an ihre Grenzen. Eine wirtschaftliche Alternative verspricht die Nutzung von Solarenergie zur Aufheizung des Wassers. Forscher des ttz Bremerhaven fördern zusammen mit internationalen Partnern im Rahmen des EU-Projektes SOLPOOL den Einsatz von Solarthermalsystemen. Der erste deutsche Informationsworkshop im Rahmen des Projektes findet am 14.3. 2008 in München statt.

Bremerhaven, März 2008. Das Schwimmbad ist an heißen Tagen ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Doch auch wer die Erfrischung sucht, fühlt sich bei Beckentemperaturen um die 20°C am wohlsten. Die erforderliche Energie zum Erhitzen des Wassers wird während der Badesaison eigentlich frei Haus geliefert: Die Kraft der Sonne kann eine durchgehende Heizung des Wassers leisten. Dass regenerative Energiequellen bisher noch kaum zu diesem Zweck genutzt werden, liegt an fehlenden Informationen und einer wenig ausgeprägten Vernetzung der Branche. Hier setzt das Projekt SOLPOOL an: Besitzer und Betreiber von öffentlichen Schwimmbädern lernen in Workshops aus herstellerneutraler Sicht Potenziale, Förderungsmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit von Solarthermalsystemen kennen.

„Die Materialkosten für die Umstellung auf Solarenergie sind eher gering, da Absorptionsanlagen nur bei Temperaturen bis 25°C eingesetzt werden und das Wasser zur Erwärmung direkt hindurchgeleitet wird“, so die Projektleiterin Leire Sarachaga vom Umweltinstitut des ttz Bremerhaven. Dennoch wurden 2004 erst 725 der 3.500 öffentlichen Schwimmbäder in Deutschland mit Solarthermalsystemen beheizt. Dabei gehört das Land im Vergleich zu den europäischen Nachbarn zu den Spitzenreitern bei der Nutzung von Solarenergie. Bis zum Ende der Projektlaufzeit im April 2009 haben sich die SOLPOOL-Partner einen Anstieg von 10 Prozent bei der Nutzung von Solarenergie zur Poolheizung in jeder Partnerregion zum Ziel gesetzt.

Zur stärkeren Verbreitung der Systeme soll auch eine Datenbank beitragen, die eine Kontaktaufnahme zu Anwendern und Experten vor Ort erleichtert. Das von den Partnern entwickelte Kalkulations-Tool “Impact Advisor” unterstützt die Wirtschaftlichkeitsrechnung für den Einzellfall - Poolgröße und klimatische Bedingungen vor Ort sind dabei ausschlaggebend. Die flankierenden Informationsveranstaltungen finden in Deutschland, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Frankreich, Ungarn und Italien statt. Die Hälfte aller Besitzer/Betreiber öffentlicher Badeanstalten soll auf diesem Weg erreicht werden. Eine zweite Workshop-Reihe unterstützt Installateure, das notwendige Know-how für Beratung und Umstellung der Poolheizung auf regenerative Energien aufzubauen.

Nach umfangreichen Datenerhebungen zu herkömmlichen Methoden der Wasserheizung in öffentlichen Bädern wollen die SOLPOOL-Partner Solarthermalsysteme als beste verfügbare Technologie am Markt etablieren. Bei einer Anerkennung als Standard wäre ein deutlicher Anstieg der Solarenergienutzung und damit eine spürbare Emissionsentlastung in Einklang mit den europäischen Klimaschutzzielen zu erwarten. Wenn auch Besitzer privater Pools die Vorteile der Technologie für sich entdeckten, könnte der Effekt noch gesteigert werden.

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.