Lebensmitteltechnik – Schlüsselkompetenz für die Bremer Wirtschaft

Gesellschaft deutscher Chemiker

Veranstalter:

Gesellschaft Deutscher Chemiker

Datum/Zeit:

26. April 2012
11. Juni 2012

Ort:

Universität Bremen, Gebäude NW 2, Leobenerstraße, 28359 Bremen

Die Lebensmittelherstellung ist eine der zentralen Branchen der Bremer Wirtschaft. Bier, Schokolade, Kaffee und Cerealien sind nur besonders bekannte Beispiele. Diese Bedeutung ist ein Grund warum der Ortsverband Bremen der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) die Lebensmitteltechnik als einen Schwerpunkt für das laufende Vortragsprogramm gewählt hat. Wichtig ist auch zu wissen, dass moderne Lebensmitteltechnik und Verpackung vor allem Gesundheitsschutz für die Konsu¬menten bedeutet, da sie die Gewähr für hygienisch einwandfreie Lebensmittel sind.

Die Vorträge finden jeweils um 17:15 in der Universität Bremen, Gebäude NW 2, Block C, Hörsaal 2, Leobener Straße statt. Ab 16:30 besteht die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Referenten.

Am 26. April 2012 wird Herr Prof. Dr. Horst-Christian Langowski vom Fraunhofer-Institut für Verfahrentechnik und Verpackung in Freising zum Thema „Barrierematerial auf Polymerbasis in Verpackungen und technischen Produkten“ vortragen.

Materialien, die den Transport von Luftsauerstoff hin zu empfindlichen Produkten reduzieren und gleichzeitig den Verlust von Aromastoffen verhindern, werden seit langem in großem Umfang im Verpackungsbereich eingesetzt. Hier gibt es konti-nuierlich Weiterentwicklungen. Wegen ihres funktionalen und wirtschaftlichen Erfolges finden diese Verpackungsmaterialien zunehmend auch in anderen Berei-chen Verwendung. Es werden die Prinzipien des Stoffdurchganges durch einfache Polymere und durch komplexere, teilweise mehrschichtige Verbundsysteme darge-stellt. Diese Verbundsysteme bestehen aus Hybridmaterialien, bei denen sowohl anorganische Barriereschichten als auch Nanopartikel eingesetzt werden. Als weite¬res Element einer Barrierestruktur kommen aktive Substanzen hinzu, die in der Lage sind, Substanzen die durch die Verpackung dringen zu binden. Eine Kombination dieser Bausteinen kann zu flexiblen, transparenten Materialien mit erstaunlich nie¬driger Durchlässigkeit für z.B. Sauerstoff und Wasserdampf führen. Solche Materia¬lien werden auch in vielen anderen Bereichen benötigt, z.B. in zukünftigen flexiblen Displays, Beleuchtungsfolien und Solarmodulen.

In einem zweiten Vortrag zu dem Themenfeld trägt Prof. Dr. Klaus Lösche am 11. Juni 2012 zum Thema „Lebensmittelherstellung heute – morgen - übermorgen - Intelligente Technologien als Motor für Innovation und Effizienz -" vor. Herr Lösche lehrt an der Hochschule Bremerhaven im Studiengang Lebensmitteltechnologie / Lebensmittelwirtschaft und ist Institutsleiter am ttz.

Die Lebensmittelherstellung steht im Kontext national und global veränderter Situationen und damit vor neuartigen Herausforderungen. Dies sind der Anstieg der Weltbevölkerung um ca. 40 % bis 2050, Wirtschaftswachstum in „low income countries“, Urbanisierung und wachsender Fleisch-Konsum weltweit.

Es muss mit einer Verdopplung der weltweiten Lebensmittelproduktion bis 2050 gerechnet werden. Während ca. 90 % der geeigneten Landfläche auf der Erde bereits landwirtschaftlich genutzt wird, spielen pflanzliche Rohstoffquellen in der Ernährungs-Diskussion eine Hauptrolle, maritime Rohstoff-Quellen wie z.B. Krill, werden als relevante Quelle für „Food and Feed“ kaum identifiziert oder/und kritisch gewichtet. Der Energieverbrauch wächst weltweit und die Konkurrenz zwischen Rohstoffen für Lebensmittel oder für „nachwachsende“ Rohstoffe für Bio-Energie erzeugt spezifische Probleme. Gentechnik wird namentlich in Deutschland kritisch betrachtet, Bio-Food-Anbieter generieren regionale Wachstumsmärkte und „Obesity“ ist ein Problem der industrialisierten Länder. Gleichzeitig wird die Technologie (und Chemie) der Lebensmittelherstellung aus Verbrauchersicht zunehmend infrage ge-stellt, Hunger in unterentwickelten Ländern ist nach wie vor ungelöst und AquaKultur–Techniken entwickeln eine globale Relevanz. Integrierte und Kreislauf-technologien (z.B. Reststoffverwertung) gewinnen für Lebensmittelbetriebe an Bedeutung und energetisch optimierte Technologien stehen bereits heute im Fokus betrieblicher Überlegungen.

In diesem Zusammenhang ergeben sich für die beteiligten Akteure im Bereich der Lebensmittel-Wirtschaft neuartige Forderungen und gewaltige Herausforderungen. Dabei sind sowohl chemische, biologische, biotechnische, ernährungsphysiologi-sche, verfahrenstechnische, logistische und andere Disziplinen mehr als zuvor aufgerufen, für die genannten Probleme Lösungsansätze zu erarbeiten. Vor diesem Hintergrund werden erkennbare und entsprechende Entwicklungslinien an Beispielen aufgezeigt, innovative Technologien und Konzepte für die Zukunft dargelegt und im Kontext diskutiert.

GDCh Ortsverband Bremen Priv.-Doz. Dr. Andreas Hartwig c/o Fraunhofer IFAM Wiener Str. 12 28359 Bremen andreas.hartwig@ifam.fraunhofer.de

 

Vortragsankündigung des GDCh Ortsverbandes Bremen

26. April 2012, Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, Fraunhofer-Institut für Verfahrentechnik und Verpackung, Freising „Barrierematerial auf Polymerbasis in Verpackungen und technischen Produkten“

11. Juni 2012, Prof. Dr. Klaus Lösche, Hochschule Bremerhaven und ttz „Lebensmittelherstellung heute – morgen - übermorgen -Intelligente Technologien als Motor für Innovation und Effizienz-"

Die Vorträge finden jeweils um 17:15 in der Universität Bremen, Gebäude NW 2, Block C, Hörsaal 2, Leobener Straße statt. Ab 16:30 besteht die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Referenten.

 

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