Biotechnologie für nachhaltige Wasserversorgung in Afrika

Biotechnologie für nachhaltige Wasserversorgung in Afrika

29.11.2011

Stichworte: Biotechnologie, Wasseraufbereitung, Wasserknappheit, Afrika

EU-Projekt befasst sich mit nachhaltiger Wasserversorgung in Afrika und anderen Entwicklungsländern. Die Nutzung von einfachen und kostengünstigen Biotechnologien zur Wasseraufbereitung steht im Vordergrund.

Bremerhaven, November 2011. Bremerhaven, Dezember 2011. “Die Abwasserbehandlung ist vielmehr ein sozio-ökonomisches als ein technisches Problem. Unter diesem Gesichtspunkt soll der Einsatz von Biotechnologien zur Wasseraufbereitung in afrikanischen Gemeinden eine sichere und gesundheitsverträgliche Wasserversorgung und entsprechend eine höhere Lebensqualität gewährleisten. Die Einbeziehung der Einwohner ist unabkömmlich für den Erfolg des Projekts.“ sagt Sana Arousse, Projekt Managerin für WATERBIOTECH am ttz Bremerhaven. Nutzung von Biotechnologien zur Abwasseraufbereitung - das ist das grundlegende Prinzip des WATERBIOTECH Projekts. Diese angewandten Methoden sollen die Wasserknappheit ausgleichen und die Überstrapazierung der Frischwasserressourcen verringern, sodass eine nachhaltige Wasserversorgung für die Entwicklungsländer Afrikas gewährleistet werden kann.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen hinterlassen ihre Spuren nicht nur in Afrika, wobei sie hier wohl am sichtbarsten werden. Auf dem Kontinent äußern sich eine Vielzahl von Problemen: für Wasserknappheit, Hunger und Seuchen werden dringend Lösungen benötigt. Erschöpfte Rohstoffe, begrenzte finanzielle Mittel und enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten erschweren den Entwicklungsprozess neuer Abwasserbehandlungsmethoden zusätzlich. Die Aufbereitung von verschmutztem Abwasser und dessen Wiederverwendung ist daher bislang die einzige Möglichkeit für afrikanische Länder, der ständigen Wasserknappheit und der Erschöpfung der begrenzten Frischwasserressourcen entgegen zu wirken. Ein Großteil der Entwicklungsländer kann sich keine modernen und spezialisierten Wasseraufbereitungssysteme leisten. Das Resultat ist unzureichend behandeltes, mit Krankheitserregern, organischen Verschmutzungen, Xenobiotika und Schwermetallen belastetes Abwasser. Dieses unzureichend behandelte Abwasser ist nicht nur umweltschädlich und kontaminiert das Grundwasser, welches in einem desertifizierten Kontinent wie Afrika so wertvoll ist wie Gold, sondern gefährdet zudem besonders die Gesundheit der Menschen.

Im Rahmen des WATERBIOTECH Projekts entwickelt ein Konsortium aus 18 Partnern (8 europäische, 8 afrikanische, 1 aus dem Nahen Osten und 1 internationaler) eine praktische Lösung, Biotechnologien als kostengünstige, effiziente und umweltfreundliche Methoden zur Abwasseraufbereitung in Afrika einzusetzen.
Sana Arousse, Projekt Managerin des WATERBIOTECH Projekts definiert biotechnologische Methoden als „alle Methoden, die mittels Pflanzen oder Mikroorganismen, die in der Lage sind Verunreinigungen in Wasser, Böden und Ablagerungen zu eliminieren.“ Auf diesem Prinzip beruht WATERBIOTECH und versucht traditionelle Abwasserbehandlungsmethoden, wie beispielsweise Abwasserteiche, mit modernen Methoden wie Pflanzenkläranlagen (sog. Constructed Wetlands), Belebtschlammverfahren, SBR-Technologie (Sequencing Batch Reactor), Membranbioreaktortechnologie oder Tropf-/Tauchkörperverfahren zu verknüpfen bzw. durch diese zu ersetzen. Der entscheidende Vorteil dieser Methoden ist, dass sie alle mit geringem Aufwand an die örtlichen Gegebenheiten und Ressourcen der afrikanischen Entwicklungsländer angepasst werden können.

Begünstigte Länder des Projekts sind Algerien, Burkina Faso, Ägypten, Äthiopien, Marokko, Senegal, Südafrika, Tunesien, Ghana und Saudi Arabien.

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Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

Consortium waterbiotech ttz-Bremerhaven

Bildunterschrift:

Im Rahmen des WATERBIOTECH Projekts entwickelt ein Konsortium aus internationalen Partnern  praktische Lösungen, biotechnologische Methoden als kostengünstige und effiziente Methoden zur Abwasseraufbereitung in Afrika einzusetzen.

© Waterbiotech-Konsortium

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