Erfolgreicher Projektabschluss

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18.07.2007

Stichworte: NETBIOCAF, Biomasse Co-Verbrennung, Budapest

 

 

 

ttz-Wissenschaftler initiierten erste internationale Konferenz zur Biomasse Co-Verbrennung in Budapest

Die erste Konferenz zum Netzwerk der Biomasse Co-Verbrennung wurde kürzlich in Budapest vom 2. bis zum 4. Juli abgehalten. Über 60 europäische Experten versammelten sich, um Perspektiven für die Co-Verbrennung und zukünftige technische Entwicklungen zu diskutieren. Dies beinhaltete auch Empfehlungen für weitere Forschungsarbeiten, die Definition neuer Forschungsbereiche sowie Veränderungen für die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, um die Biomasse Co-Verbrennung in Europa zu stärken. Die Budapester Konferenz war weltweit bisher die erste auf ihrem Gebiet und bildete gleichzeitig den erfolgreichen Projektabschluss des EU-Projektes NETBIOCOF (Integrated European Network for Biomass-Cofiring), welches vom ttz Bremerhaven koordiniert wurde.

Bremerhaven, Juli 2007. „Biomasse Co-Verbrennung ist die kostengünstigste Möglichkeit, Energie aus Biomasse zu erzeugen, da diese in einem bereits bestehenden Kohlekraftwerk nach nur geringen technischen Veränderungen als Brennmaterial eingesetzt werden kann“, erläutert der Vorsitzende der Konferenz Dr. Gerhard Schories vom ttz Bremerhaven während seiner Begrüßungsrede. In der Tat ist die Co-Verbrennung eine kurzfristig umsetzbare, preiswerte Option für die effiziente und saubere Umwandlung von Biomasse in Elektrizität. Hierbei wird der Brennstoff Kohle in Teilen in durch Biomasse ersetzt, so dass der CO2-Ausstoss aus fossilen Brennstoffen erheblich verringert werden kann. Im Rahmen des EU-Projektes NETBIOCOF wurde diese Form der Co-Verbrennung demonstriert, getestet und mit allen hocheffizienten Kohleofen-Typen erprobt, die normalerweise für die Elektrizitätserzeugung verwendet werden.

Während der drei Tage ermöglichte die Konferenz Diskussionen und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaftlern, politisch Verantwortlichen und Technologieanwendern über die jüngsten Fortschritte, die Hindernisse, die es noch zu überwinden gilt und die Rolle erneuerbarer Energien in der Zukunft.

Die Konferenz wurde im Rahmen des Projektes NETBIOCOF ausgerichtet, eine Koordinierungsmaßnahme im 6. EU- Forschungsrahmenprogramm. Für den Zeitraum von zwei Jahren fanden sich im Rahmen des Projektes die wichtigsten Universitäten, Forschungsinstitute und Europäische Vereinigungen auf dem Gebiet der Biomasse Co-Verbrennung zusammen. Das Projektkonsortium untersuchte den aktuellen Status der Biomasse Co-Verbrennung in Europa und schlägt Maßnahmen für den breiteren Einsatz dieser Technologie in den kommenden Jahren vor. Die Partner beschäftigten sich mit der Thematik nicht nur in technischer, sondern auch in gesetzlicher, ökonomischer und sozialer Hinsicht. So konnten Antworten auf die Fragen aller an Entscheidungsprozessen im Kontext der Co-Verbrennung Beteiligten zusammengestellt werden. Darüber hinaus umfassten die Untersuchungen im Rahmen des Projektes nicht nur die 27 EU-Mitgliedsstaaten, sondern auch zentral- und osteuropäische Länder, welche hohes Potential für zukünftige wissenschaftliche und wirtschaftliche Kooperation haben. Insgesamt versammelten sich im Projekt NETBIOCOF 25 Partner aus 19 Ländern mit jahrelanger Erfahrung auf allen Gebieten der Biomasse Co-Verbrennung: von der Biomasseproduktion bis zur Ausstattung und Herstellung verschiedener Technologien zur Co-Verbrennung.

Die Arbeit der vergangenen zwei Jahre ermöglichte den Aufbau eines Netzwerkes zur Erforschung der Biomasse Co-Verbrennung. Dieses Netzwerk unterstützt die europäische Kooperation zwischen Forschungsinstitutionen in diesem Bereich. Diese Zusammenarbeit dem Einsatz innovativer Technologien und der Ausbreitung der Biomasse Co-Verbrennung in neuen und bereits bestehenden Kohlekraftwerken mit Schwerpunkt auf den neuen EU-Mitgliedsstaaten.

Die Partner des Netzwerkes planen ihre zweite Konferenz im Jahr 2008 auszurichten. Dabei richtet sich der Fokus auf die Nutzung von Biomasse in Kohlekraftwerken unter besonderer Berücksichtigung technisch wirtschaftlicher Aspekte und unter Einbeziehung potentieller Investoren.

Im Projekt NETBIOCOF ist außerdem die Wissensweitergabe neuester Forschungserkenntnisse im Bereich der Co-Verbrennung sowie der Informationsaustausch wesentlich. Daher wurde im Rahmen des Projektes eine Online-Datenbank unter www.netbiocof.net eingerichtet. Dort sind Projektberichte und relevante Informationen für ein breites Publikum zugänglich. Die Datenbank hat sich bereits als erfolgreich bewiesen und wurde intensiv von zahlreichen Usern genutzt.

Das Projekt NETBIOCOF startete im August 2005 und hatte eine Laufzeit von 24 Monaten. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission mit rund 1 Million Euro gefördert. Am Projekt sind Partner aus folgenden Ländern beteiligt: Deutschland, Dänemark, Schweden, Italien, Spanien, Niederlande, Österreich, Belgien, Ungarn, Rumänien, Polen, Estland, Litauen, Türkei, Ukraine und Weißrussland.


 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.