Lebensmittelindustrie entdeckt Potential geschlossener Wertstoffkreisläulfe 

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11.11.2008

Stichworte: Workshop, Grub's Up, Lebensmittelindustrie, Reststoffe, Nebenprodukte, Rückgewinnung

 

 

Weintraubenschalen, Erdbeerkerne, Apfeltrester, ausgepresste Olivenreste - diese Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion haben ein Imageproblem: Sie werden von den wenigsten Produzenten als Ressourcen wahrgenommen, die sich wieder in den Wertstoffkreislauf einschleusen lassen. Zu Unrecht, denn die Rückgewinnung ist ein lukratives Geschäft, da die Reststoffe polyphenolreich und ernährungsphysiologisch wertvoll sind. Derzeit fallen in der europäischen Lebensmittelproduktion 30 Millionen Tonnen Reststoffe und Nebenprodukte pro Jahr an - ein immenses Potential, das bisher nur zu wenigen Prozent eine wertschöpfende Aufbereitung erfährt. In dem EU-Projekt Grub´s Up haben 17 europäische Partner Verfahren für die einfache und kosteneffiziente Rückgewinnung getestet und bewertet. Nach fast drei Jahren Forschungsarbeit werden die Ergebnisse in Workshops an die Industrie weitergegeben. Den einzigen Workshop in Deutschland richtet das ttz Bremerhaven am 19. November in der Seestadt aus.

Bremerhaven, November 2008. In der Lebensmittelproduktion wird hart kalkuliert. Die Margen sind gering, der Preisdruck hoch. Umso erstaunlicher, dass bei der Suche nach Wertschöpfungspotentialen bisher die Rückgewinnung von Reststoffen so wenig Beachtung gefunden hat. Hochwertige Nebenprodukte fallen in großen Mengen an. Sie können sowohl als Nahrungsergänzungsmittel als auch in kosmetischen Produkten sowie der chemischen Industrie eingesetzt werden. Darüber hinaus bildet das energetische Potential der Nebenprodukte Möglichkeiten zur Gewinnung von Biogas oder Bioethanol. Die Austarierung von Wirtschaftlichkeit und Umweltbewusstsein schaffen eine Win-Win-Situation.

Optimierungen konzentrieren sich heute noch hauptsächlich auf die Prozesse rund um das Hauptprodukt, während Nebenprodukte überwiegend als Kompost oder Tierfutter enden oder sogar kostenpflichtig entsorgt werden. Der praxisnahe Workshop am 19. November in Bremerhaven zeigt die Möglichkeiten auf, Reststoffe gewinnbringend zu verwerten. Informationen zu aktuellen Fördermöglichkeiten für Forschungsprojekte werden den Besuchern ebenfalls an die Hand gegeben. „Unternehmen können von diesem Wissen direkt profitieren, indem sie eine höhere Wertschöpfungsstufe erreichen. Ein nachhaltiges Wirtschaften nach diesem Modell bringt Unternehmen zudem einen Imagegewinn“, stellt Projektleiter Kolja Knof vom ttz Bremerhaven in Aussicht. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen können ihre Marktposition auf diese Weise stärken.  

Der Workshop ist interdisziplinär konzipiert und bringt Referenten aus dem Nahrungsmittelsektor, der Entsorgungswirtschaft und der Wissenschaft zusammen. In diesem Rahmen werden auch Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Die Firma Leiber, Hersteller von Hefeprodukten, hat seine Produktion  als geschlossenen Kreislauf aufgestellt, sodsas keine Ressorcen verloren gehen. Weitere Workshops finden in allen Heimatländern der beteiligten Partner statt, außerdem wird das Know-how durch Online-Anwendungen und einen Leitfaden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Das Projekt Grub’s Up ist ein Projekt im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU. Das Projekt mit einer Laufzeit von vier Jahren hat einen Gesamtetat von rund 800.000 €.

 

Teilnahmegebühr: 120 €/Person (bei Teilnahme am gemeinsamen Abendessen +25 €)

Datum: 19. November 2008, 9 – 17 Uhr

Veranstaltungsort: Atlantic Hotel Sail City Bremerhaven, Am Strom 1, 27568 Bremerhaven

 

Weitere Informationen zu diesem Thema:


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Mehr als nur Öl: Reststoffe der Olivenölproduktion können vielfältig verwendet werden.

(© Alexander Maier - Fotolia.com)

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Nebenprodukte, die in der Tomatenverarbeitung anfallen, können in wertvolle Rohstoffe verwandlet werden.

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Die Verwertung von Lebensmitteln birgt weitreichende Möglichkeiten.


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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.