Ozon reinigt Getränkeanlagen effizient und sicher

Ozonanlage Netzteil

 

 

14.10.2008

Stichworte: Ozon, Getränkeindustrie, Weinbereitung, Reinigung

 

Der Innovations- und Effizienzdruck in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist enorm. Auf der Suche nach bisher ungenutzen Potentialen hat das ttz Bremerhaven gemeinsam mit Partnern aus der Bier-, Milch- und Weinindustrie den Reinigungsprozess von Getränkeanlagen, das so genannte Cleaning in Place (CIP) unter die Lupe genommen. Die Frage war, wie der Einsatz von Ozon, das in Wasser eingeleitet wird, herkömmliche Reinigungsmaterialien ersetzen und die Reining zudem beschleunigen kann. Qualitätsfragen wurden dabei ebenfalls untersucht - Rückstände chemischer Reinigungsmittel in Anlagen können Fehltöne hervorbringen, während Ozon rückstandslos zu Wasser zerfällt. Bei einem Workshop am 3. November in Bremerhaven werden die Testergebnisse erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bremerhaven, Oktober 2008. Produktionsprozesse in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie erfordern häufig einen sehr hohen Wasserbedarf für Reinigung und Desinfektion von Anlagen. Durch seine desinfizierende Wirkung kann Ozon, das in Wasser eingeleitet wird, die Verwendung von Chemikalien überflüssig machen. In dem EU-Projekt OZONECIP („Ozone as alternative sanitising agent for cleaning operations in food industries“) wurde dieses Verfahren entwickelt und im Zuge von Praxistests weiter optimiert. Die Einsparung von Wasser und Energie sind weitere wichtige Argumente für Produzenten, sich mit dieser Technologie zu beschäftigen. Die spezielle Konstruktion des Prototyps ermöglicht eine gezielte Kreislaufführung und Wiedernutzung des eingesetzten Wassers. Im Unterschied zu bisherigen Verfahren muss das Spülwasser beim Einsatz von Ozon weder erwärmt werden, damit sich die volle Reinigungskraft entfaltet, noch sind große Wassermengen zum Nachspülen erforderlich. Das Ozonmolekül zerfällt nach der Abtötung von Viren, Sporen oder Pilzen durch Oxidation der Zellmembran vollständig zu Sauerstoff. Seine hohe Reaktionsfähigkeit ist Garant für eine zuverlässige Desinfektion, die den neuesten Hygienevorschriften gerecht wird.

Die Ergebnisse werden in einem anwendungsorientierten Workshop am 3. November in Bremerhaven erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Organisator ist der Geschäftsbereich Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement des Forschungsdienstleisters ttz Bremerhaven. In einem Punkt sind sich die Anwendungs-Pioniere aus Deutschland und Spanien branchenübergreifend einig: Der Einsatz von Ozon als Detergent schont nicht nur die Umwelt, sondern entlastet durch Energieeinsparungen und eine verkürzte Reinigungszeit auch die Bilanz. Die Übertragbarkeit des Verfahrens auf weitere Anwendungsbereiche soll ebenfalls diskutiert werden. „Jeder Einsatzbereich stellt spezifische Anforderungen an das Verfahren. Die individuelle Anpassung gehört zu unseren Beratungsleistungen,“ so die Projektleiterin Birte Ostwald, ttz Bremerhaven.

 

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Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

mechanismus ozon

Bildunterschrift 1:
Wirkmechanismus von Ozon (O3): Das dritte Sauerstoffatom reagiert aufgrund der schwachen monomeren Bindung bei Kontakt mit z.B. organischen Substanzen (Bakterien, Pilze, Viren, Sporen), indem es dessen Zellmembran oxidiert und somit die osmotische Auflösung und damit die Inaktivierung und Zerstörung der betroffenen Zelle verursacht.

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Bildunterschrift 2:
Labor-Ozongenerator, Typ C-L010-DTI

bild 2 prototype_ozonecip

Bildunterschrift 2:
Ozon-CIP-Prototyp, entwickelt im Rahmen des von der EU geförderten Projektes OZONECIP

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.