Öko-Shrimps schützen Mangroven und soziale Standards
27.10.2010
Stichworte: Bioshrimps, Riesengarnelen, Biogarnelen, Ökoshrimps
Während die konventionelle Garnelenzucht Nachteile für Natur und Mensch birgt wachsen in ökologisch bewirtschafteten Aquakulturen Delikatessen von höchster Qualität im Einklang mit der Natur heran.
Bremerhaven, 27. Oktober 2010. Riesengarnelen erfreuen sich weltweit wachsender Beliebtheit. Sie sind köstlich und eine eiweißreiche Alternative auf unserem Speiseplan. Aus ökologischen und auch gesundheitlichen Gründen sind sie aber mit Vorsicht zu genießen, da das Zuchtverfahren Probleme aufwerfen kann. Umweltzerstörung und der Einsatz von Antibiotika werden häufig mit der Erzeugung der Shrimps in Zusammenhang gebracht, auch wenn sich die Lage bei der konventionellen Garnelenzucht bereits etwas verbessert hat. Zertifizierte „Bio-Garnelen“ sind zwar teurer, dafür aber umweltfreundlich, frei von Medikamenten und geschmacklich deutlich besser.
Im Forschungsprojekt BioHatch, koordiniert vom Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven, wird daran gearbeitet, dem besseren Produkt auch die bessere Wettbewerbsfähigkeit zu verschaffen. Ziel des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie co-finanzierten Projektes ist die technische Entwicklung, die Planung sowie der Bau einer Pilotanlage zur effizienten ökologischen Zucht von Riesengarnelen in Bangladesch.
Der Fokus von BioHatch liegt auf der aufwändigen Larvenaufzucht. Das Problem hierbei: die Larven wachsen nicht wie ihre älteren Geschwister im Brackwasser auf, sondern sie benötigen während der ersten Lebensphase reines Meerwasser. Beides liegt aber in der Regel weit voneinander entfernt. Um Lösungen für diesen Komplex zu finden, arbeiten das ttz Bremerhaven, die WAB Trading International GmbH sowie die Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) mbH in BioHatch eng zusammen. In drei Teilprojekten werden einzelne Komponenten für ein Larven-Bruthaus erarbeitet: die angepasste Salzwasserbereitstellung durch Elektrodialyse und Photovoltaik (ttz Bremerhaven), die Wasseraufbereitung durch Biofiltration (WAB) sowie nachhaltige Laichinduktion und Eireifung mittels Licht- und Temperaturprotokollen (GMA). Nach der Integration dieser drei Einzelkomponenten in der Zielregion Kaliganj, Bangladesch, soll die neue Technologie zur Produktionsgröße weiterentwickelt und vermarktet werden.
Strengste Bio- und Sozialstandards, beispielsweise von „Naturland“, sollen in BioHatch mit größtmöglicher Rentabilität verbunden werden. Denn der Schwachpunkt der Bio-Shrimps ist ihr deutlich höherer Laden-Preis. Allerdings: Würde man bei der konventionellen Produktion die Schäden für Umwelt und Mensch in den Preis mit einberechnen, so wäre die nachhaltig erzeugte Ware wesentlich günstiger. Auch Greenpeace und der WWF weisen auf die Rodung ökologisch wertvoller Mangrovenwälder und die Wasserverschmutzung durch den Einsatz von Antibiotika hin sowie auf chemische Rückstände in vielen konventionell erzeugten Garnelen. Für den Verbraucher wird der „Genuss ohne Reue“ immer wichtiger, weshalb diese Kritik von Industrie und Politik sehr ernst genommen wird.
Der BioHatch-Partner WAB Trading International GmbH betreibt bereits in Bangladesch das „Organic-Shrimp-Project“, in dem von Naturland biozertifizierte Riesengarnelen produziert werden, die im Fischratgeber von Greenpeace ausdrücklich empfohlen werden. Durch die neue EU-Bio-Verordnung 834/2007 ist ab 2011 die Produktion der Larven nach EU-Bio-Kriterien Pflicht. Derzeit existiert weltweit keine Technologie, mit der die Larven ökologisch produziert werden können. Zu Kosten, die mit denen der konventionellen Technik vergleichbar sind, muss deshalb ein innovatives Verfahren zur Einhaltung der neuen Vorschriften entwickelt werden. Das im Februar angelaufene ZIM-Projekt BioHatch wird vom BMWi gefördert und hat eine Laufzeit von 2 Jahren.
Weitere verwandte Themen am ttz Bremerhaven sind:
- Homepage Cleanhatch
- Projektbeschreibung CLEANHATCH: Entwicklung und Anwendung einer innovativen Technologie zur Reinigung von Rundbecken zur Zucht von Fischlarven in Kreislaufanlagen
- Projektbeschreibung AQUZENTE: Zentrales Netzwerk Aquakultur
- Projektbeschreibung CHILL-ON: Verbesserung der Kühlkette durch Rückverfolgbarkeit der gesamten Lebensmittelversorgungskette
- Projektbeschreibung SustainAqua: Integrierte Lösungswege für eine nachhaltige und gesunde Süßwasseraquakultur
-
Dienstleistungsportfolio des Bereichs Aquakultur am ttz Bremerhaven
- Pressemitteilung: AQUZENTE setzen
- Pressemitteilung: Zuchtfisch erhält gute Noten bei Verkostung
-
Pressemitteilung: Öko-Shrimps schützen Mangroven und soziale Standards
Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)
|
Bildunterschrift: Garnelen sind ein weltweiter Trend, der „Genuss ohne Reue“ allerdings auch. Die biologische Aufzucht gewinnt daher an Gewicht. Foto: WAB Trading International GmbH |
|
|
Bildunterschrift: Ernte der ökologisch gezüchteten Garnelen in Bangladesch. Foto: WAB Trading International GmbH |
Download mit rechter Maustaste: "Ziel speichern unter..."
Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.
Medienkontakt
Leiter Kommunikation
und Medien
- fon: +49 471 ⁄ 4832 124
- fax: +49 471 ⁄ 4832 129
- Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!





