Qualitätsbewusstsein verbindet Lebensmittelproduktion im Zeichen der Sicherheit

inplista_ttz_hinten_klein24.04.2008

Stichworte: Lebensmittelstandards, Workshop, INPLISTA

Anlässlich des INPLISTA-Workshops am 16. April zum Thema internationale Lebensmittelstandards versammelten sich 41 Teilnehmer zu einem Erfahrungsaustausch mit Auditoren und Fachkollegen im Comfort Hotel. Der Senator für Wirtschaft und Häfen, Ralf Nagel, unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung der Lebensmittelwirtschaft für die Region. Organisator der Veranstaltung war das ttz Bremerhaven, das als Koordinator des EU-Projektes INPLISTA auftritt.

Bremerhaven, April 2008. Der Lebensmittelhandel ist eine hochdynamische Branche. Dies zeigt sich nicht nur an Preisentwicklung und Nachfrageverschiebungen, sondern auch an der Vielzahl neuer Standards für Sicherheit und Qualität. Für Lebensmittelproduzenten ist die Erfüllung bestimmter Standards die Grundlage der Geschäftsbeziehung mit dem Handel. Daher traf das Seminar „INPLISTA - Lebensmittelstandards in der Praxis“ den Nerv vieler Produzenten aus Bremerhaven und dem Umland. Praxisbezogene Handlungsempfehlungen für die Positionierung als qualitätsbewusster Anbieter sorgten dafür, dass kein Stuhl im Tagungsraum frei blieb. Von den mittelständischen Lebensmittelproduzenten gehen in der Region wichtige Impulse aus, so Ralf Nagel, Senator für Wirtschaft und Häfen, in seiner Begrüßung. Das Erfolgsrezept der Branche: sie beherrsche den Balanceakt zwischen traditionellem Handwerk und Innovationsorientierung bestens.

Den praktischen Beleg dafür lieferte Frank Klintworth, Geschäftsführer des Delikatessen-Herstellers Paul Langbein und Atlantis Seafoods: „Durch unsere einjährige Zusammenarbeit mit dem ttz Bremerhaven konnten wir unser Pastensortiment erfolgreich erweitern - nicht nur um neue Geschmacksrichtungen wie beispielsweise Muschel, Lachs und Forelle, sondern auch durch den konsequenten Verzicht auf Geschmacksverstärker und künstliche Aromen in einer neuen Produktreihe.“

Als klassische Manufaktur kann und will das Unternehmen nicht auf eine maschinelle Produktion umsteigen, sondern wird sich auch weiterhin bewusst in der Nische ausrichten. „Einerseits bedeutet das die sanfte Weiterentwicklung unserer Produkte, andererseits die regionale Ausweitung des Vertriebsgebietes“, so Klintworth.

Die Basis für einen Konsens zwischen Handel und Produzenten ist die Erfüllung bestimmter Qualitätsstandards: Ob sich die Investition in ein Audit lohnt, muss dabei für jeden Produzenten individuell entschieden werden. „Der praktische Nutzwert für ein Unternehmen ist genau zu prüfen. Oft zeigen sich aber Vorteile, gerade für klein- und mittelständische Unternehmen“ erklärt Jessica Wildner, Koordinatorin des Projektes INPLISTA beim ttz Bremerhaven. Die Eckpunkte für das „Pflichtprogramm“ setzt die amtliche Lebensmittelkontrolle, im Workshop vertreten durch Dr. Claude Boiselle. Wünscht der Handel weitere Zertifikate, müssen Produzenten Ressourcen freisetzen: Mitarbeiter, die Prozesse prüfen und Schwächen beheben.

Wie sich der Aufwand realistisch einschätzen lässt und unnötige Belastungen vermieden werden, vermittelte Anne Kipphardt, Qualitätssicherheitsbeauftragte bei der Gewürzmühle Nesse GmbH. Daniela Gröting, Lebensmitteltechnologin und Auditorin bei der SGS Institut Fresenius GmbH, ermutigte die Teilnehmer, den Besuch des Auditors nicht nur als Kontrolle zu verstehen, sondern ihn aktiv als Hilfestellung zu nutzen. Die Prüfergebnisse gehören dem Auftraggeber und können im Anschluss gezielt die Eigenwerbung verstärken. Dass ein Unternehmen höchsten Anforderungen gerecht wird, macht auch der Einsatz temperatursensibler Etiketten deutlich. Durch Verfärbungen wird augenscheinlich, ob gekühlte Ware auf dem Weg vom Produzenten ins Verkaufsregal optimalen Bedingungen ausgesetzt war, erläutert Maria Eden, Projektleiterin am ttz Bremerhaven.

Weitere Prüfmethoden für den Qualitätszustand von Lebensmitteln lernte Senator Ralf Nagel bei der anschließenden Stippvisite im Technologiezentrum BioNord kennen. Der Besuch im Technikum des Forschungsdienstleisters ttz Bremerhaven sowie bei Q-Bioanalytics, Hersteller von molekularbiologischen Produkten und TeLa, Spezialist für Lebensmittel- und Umweltanalytik, stand dabei auf dem Programm. „Die starke Zusammenarbeit mit Unternehmen aus ganz Europa und der Welt bringt Beschäftigung und Know-how nach Bremerhaven und fördert die Wahrnehmung als Innovationsstandort“, so das Fazit von Ralf Nagel. Weiter unterstreicht der Senator die hohe Bedeutung des ttz und des BioNord als Innovationsträger für besonders die Lebensmittelindustrie im Fischereihafen. Die weitere Entwicklung des Technologietransferzentrums sowie die Erweiterung des BioNord durch das Wirtschaftsressort sind Ausdruck dafür, dass das Land diese für Bremerhaven so wichtige Wachstumsbranche und deren Wettbewerbsfähigkeit entscheidend unterstützt.

Das Projekt INPLISTA, das Workshops wie den im Comfort Hotel in ganz Europa initiiert, vereint für eine Laufzeit von zwei Jahren allein 16 Partner aus 14 Ländern in einem Netzwerk - mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen der Lebensmittelbranche zu stärken. Der Mittelstand erkennt darin - so belegt die gute Auslastung in Bremerhaven - seine Chancen. Standards helfen, den steigenden Anforderungen im internationalen Wettbewerb gerecht zu werden und stärken die Marktposition verantwortungsbewusster Akteure.

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Bildunterschrift:

Kurze Wege von der Forschung in die Praxis: Der Senator für Wirtschaft und Häfen, Ralf Nagel (Mitte), lobt die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Frank Klintworth (li.), Ge-schäftsführer bei dem Feinkostanbieter Paul Langbein und Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven, arbeiten erfolgreich an gemeinsamen Projekten.

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Bildunterschrift:

Die Referenten (von li. nach re.) Anne Kipphardt, Gewürzmühle Nesse GmbH, Daniela Gröting, SGS Institut Fresenius GmbH, Dr. Claude Boiselle, Amtliche Lebensmittelkontrolle sowie Jessica Wildner und Maria Eden vom ttz Bremerhaven brachten die Teilnehmer auf den neuesten Stand in Sachen Standards.

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Bildunterschrift:

Senator Ralf Nagel, Lebensmitteltechnologe Andreas Borngräber und Werner Mlodzianowski (von re. nach li.), Geschäftsführer des ttz Bremerhaven, begutachten im Technikum des ttz Bremerhaven die Möglichkeiten effizienter industrieller Lebensmittelproduktion.

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Bildunterschrift:

Dr. Norbert Helle (re.), Geschäftsführer des im Technologiezentrum BioNord ansässigen Analysespezialisten TeLa, erklärt Senator Ralf Nagel die biochemischen Möglichkeiten der Qualitätsprüfung im Lebensmittelbereich.

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.

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