Norwegische Delegation entdeckt Biogas-Potenziale

ba_godenstedt_close_up_kl08.04.2008

Stichworte: Biogas, Norwegen, Wissenstransfer, Agrobiogas

Eine Gruppe norwegischer Landwirte und Förderer regenerativer Energien sucht im Rahmen einer Studytour vom 7.-10. April den Wissenstransfer zum Thema Biogas mit deutschen und österreichischen Fachleuten. Ein Vortragsprogramm und Besichtigungen innovativer Anlagen in Süddeutschland und Österreich vermitteln den rund 20 Teilnehmern den aktuellen Stand der Technik und eine realistische Potenzialabschätzung. Dr. Matthew Wade, Projektleiter des EU-Projektes Agrobiogas beim ttz Bremerhaven, wird den Besuchern Zwischenergebnisse aus dem EU-Projekt Agrobiogas präsentieren.

Freising, April 2008. Norwegen war lange Zeit Großexporteur von Energie. Doch steigende Strompreise, die witterungsabhängig schwankende  Verfügbarkeit der stark genutzten Wasserkraft und die ökologische Notwendigkeit zur verstärkten CO2- Reduktion haben auch im Land der Fjorde das Interesse an Biogas gestärkt. Die erste Anlage von BioWaz in Halden wird im Frühjahr eröffnet. Landwirte, ihre Verbände und weitere Akteure aus anbaustarken Regionen suchen über die Norwegische Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Innovation Norway“ den Weg nach Deutschland und Österreich, um gut informiert in eine neue Phase der Energieversorgung zu starten. Mit einer „Studytour“ will die Niederlassung in Hamburg, die im Norwegische Generalkonsulat angesiedelt ist, den Blick über den Tellerrand ermöglichen. Iris Stempfle, Consultant Energy & Environment bei Innovation Norway, hat eine Studytour auf die Beine gestellt, die den gezielten Know how-Aufbau mit Besichtigungen und Fachvorträgen fördert. Das ttz Bremerhaven, der Fachverband Biogas e.V und die Bayerische Anstalt für Landwirtschaft unterstützen dieses Programm.

Besuche von Biogasanlagen im bayerischen Pliening, Niedeneuching und Bayern, sowie im österreichischen Utzenaich und Mehrnbach bilden den praktischen Teil der Studytour. Nils Ola Østby, Geschäftsführer von Halden Resirkulering, hat seine Teilnahme am Programm bestätigt. Sein Unternehmen ist Betreiber der ersten Biogasanlage von BioWaz in Halden. Die Energie wird aus den Reststoffen aus dem Kuhstall gewonnen. „Das Potenzial für Biogas in Norwegen ist immens. Die Studytour werde ich nutzen, um mehr über die Technologie zu erfahren“, so Østby. Auch das norwegische Landwirtschaftsministerium und der Bauernverband Bondelaget werden vertreten sein.

In Fachvorträgen werden den Teilnehmern politische Hintergründe sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Deutschland nahegebracht.

Dr. Matthew Wade vom Umweltinstitut des ttz Bremerhaven präsentiert Zwischenergebnisse des EU-Forschungsprojektes Agrobiogas. Auf Initiative des ttz-Umweltinstituts entwickeln sieben nationale landwirtschaftliche Verbände und ein europaweit aktiver Fachverband seit Juni 2006 zusammen mit fünf weiteren Forschungseinrichtungen und 10 Unternehmen aus ganz Europa Maßnahmen, um die weitere Verbreitung von Biogas zu fördern. Dazu zählen drei hilfreiche Informationswerkzeuge: ein online-basierter Helpdesk, der Betreibern von Biogasanlagen Fakten zur Substratauswahl liefert; ein Simulationsprogramm, das für jeden Anlagentyp die optimalen Betriebszustände errechnet, und ein „Investment Decision Tool“, das Entscheidungen über eingesetzte Technologie und Anlagengröße erleichtert. Durch die Bündelung aktuellster Informationen sparen Interessenten viel Zeit für Recherchen. „Die Möglichkeit, die Kosten für den Einzelfall exakt zu kalkulieren, soll Betreiber beim weiteren Ausbau bestärken und Landwirten das Potenzial des Energiepflanzenanbaus aufzeigen“ bringt Dr. Matthew Wade die Zielsetzung von Agrobiogas auf den Punkt.

Gerade wurden die Laborstudien zur Erprobung des Helpdesk-Modells abgeschlossen. Die Basis für Testläufe in größerem Maßstab ist damit gelegt. Die erste Testversion des Toolkits wurde erfolgreich fertig gestellt, ist für den Gebrauch durch externe User jedoch nicht freigegeben. Momentan steht der Aufbau der digitalen Entscheidungshilfe auf dem Programm der Projektpartner. Überdies werden Handlungsempfehlungen ausgearbeitet, um Betreibern und Interessenten Betrieb und Fehlerbehebung zu erleichtern. Das Toolkit soll auch über das Ende der Laufzeit im Mai 2009 auf Basis ständig aktualisierte Rohstoffpreise und Substratinformationen Kalkulationen erstellen. Die im Projekt beteiligten Verbände wollen ihren überwiegend kleinen und mittelständischen Mitgliedern zum Ende der Projektlaufzeit im Mai 2009 diese Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Die EU-Kommission bezuschusst das Projekt im Rahmen des 6. ForschungsRahmenprogramms über die Maßnahme „Collaborative Research“ mit rund 2,1 Mio. Euro.

 

Weitere verwandte Themen am ttz Bremerhaven sind:


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: MT-Energie)

ba_godenstedt_close_up_kl

Bildunterschrift 1:

Biogasanlage Godenstedt

feststoffeintr_ba_mt-fortis_kl

Bildunterschrift 2:

Feststoffeintrag MT-FORTIS

Download mit rechter Maustaste: "Ziel speichern unter..."


Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen