Leuchtfeuer für die Lebensmittelbranche

180509 partikelmessgert_bilb07.05.2009

Stichworte: Lebensmittelverarbeitung, Ernährungsindustrie, GDL-Kongress

Die hohe Konzentration von Tiefkühlkostproduzenten hat Bremerhaven den Spitznamen „Kühltruhe Europas“ eingebracht. Doch auch andere Bereiche der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung sind im Bundesland Bremen stark vertreten. Die Branche stellt 17 Prozent der Arbeitsplätzen - im Bundesdurchschnitt sind es nur sieben Prozent. Handwerkliches Know-how und modernste Technologie haben sich als leistungsstarke Symbiose bewährt. In einem zweitägigen Kongress, den das ttz Bremerhaven zusammen mit der GDL (Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen e.V.), der VDB (Vereinigung Deutsche Backtechnik) und der Hochschule Bremerhaven ausrichtet, präsentieren nationale und internationale Experten aktuelle Themen und Zukunftsperspektiven für die Lebensmittelverarbeitung.

Bremerhaven, Mai 2009. Die mittelständisch geprägte Ernährungsindustrie ist der fünftgrößte Industriezweig in Deutschland. Der Einsatz neuartiger Technologien schafft einen Wettbewerbsvorteil, um zwischen Preiskampf, Verdrängungswettbewerb und Innovationsdruck bestehen zu können. Innovation betrifft nicht nur Prozesstechnik und Inhaltsstoffe, sondern auch die Bereiche Marketing, Sensorik und gesteigerte Nachhaltigkeit. Das Zusammenspiel dieser Bereiche prägt das Profil von Produkt und Hersteller und bestimmt die Wahrnehmung durch den Verbraucher.

Wichtige Impulse in diesen Bereichen gehen traditionell von Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Norden Deutschlands aus. Aufgrund der hohen Dichte der Lebensmittelproduzenten und flankierenden Dienstleistern hat die Region Signalwirkung für die gesamte Branche. Am 23. Und 24. Juni führt ein Symposium anlässlich des 20-jährigen Bestehens des ttz-Instituts BILB Branchenexperten in Bremerhaven zusammen. Das Forum verdeutlicht die Innovationskraft der Branche und stellt neue Entwicklungen zur Diskussion:

  • Qualität & Sicherheit

Anwendung von mikroskaligem Silber auf Oberflächen, z.B. Fließbändern, für einen höheren Hygienestandard

Verlässliche Vorhersage von Mehleigenschaften durch den Einsatz eines Partikelladungsdetektors. Dieses Vorgehen garantiert konstante Qualität, z.B. bei Panadensystemen und Backwaren.

  • Schonende Verarbeitung

Neue Verarbeitungsverfahren - zum Beispiel elektrische Felder und Radiofrequenztechnologie

Wie lassen sich nach 10 Stunden Flugzeit noch frische Brötchen servieren? Die Befeuchtung mit mikrofeinem Sprühnebel macht eine langanhaltende Rösche möglich.

  • Intelligentes Energiemanagement

Präzises Kältemanagement ermöglicht die Einsparung von Energie und verhindert Gefrierbrand. Durch Kaltnebel wird eine gleichmäßige Oberflächenbefeuchtung erzielt und die Wärmeleitfähigkeit verbessert.

Der Einsatz kälteliebender Enzyme und Mikroorganismen kann Prozesse in Lebensmitteln bei geringerer Umgebungstemperatur anregen und damit Energieeinsparungen ermöglichen.

  • Marketing/Rechtliche Grundlagen

Welche Richtpunkte geben Urteile nach der Health Claims-Verordnung, das neue EU-Zusatzstoffpaket und die geplante Lebensmittel-Informationsverordnung für die Verbraucherinformation vor?

Wie lassen sich Marketing und Produktentwicklung für bedarfsgerichtete Entwicklung vernetzen?

  • Sensorik

Die Zielgruppe im Blick: Wie können Erkenntnisse über veränderte Geschmacksschwellen bei Adipositas die Produktgestaltung optimieren?

Geschmack über den Wolken: In Zeiten gesteigerter Mobilität kann die Entwicklung von Produkten für diese sensorische Ausnahmesituation eine neue Marktnische eröffnen.

 

Neue Wege zu Wirtschaftlichkeit und Qualität

Im Spannungsfeld zwischen Verbraucherinteressen, Preispolitik und globalisierten Warenströmen ist Innovationsfähigkeit entscheidend für den Markterfolg.

„Als Institut sind wir in der Region verwurzelt und mit unseren Kunden gewachsen. In zwei Jahrzehnten Forschung im Dienst von Prozess-und Produktoptimierung wurden aber auch erfolgreiche Kooperationen mit Partnern aus aller Welt umgesetzt. Wir freuen uns, Wegbereiter entscheidender Fortschritte in Bremerhaven zusammenzuführen und neue Wege aufzuzeigen, resümiert Prof. Klaus Lösche, Institutsleiter des BILB am ttz Bremerhaven.

Das Symposium bietet die Plattform, die „Zukunft der Ernährung“ aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, harte und weiche Faktoren zusammenzuführen und im Austausch mit Experten neue Möglichkeiten ins Visier zu nehmen.

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.