Akquisekompetenz sichert Forschungsqualität

besuch neumann_kl01.04.2009

Stichworte: Bernd Neumann, Fördermittelakquise

Die Zukunft der Forschung bei verknappten öffentlichen Mitteln und zunehmender Konkurrenz der Einrichtungen bestimmte die Diskussion von Vertretern des ttz Bremerhaven mit Bernd Neumann, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter für Kultur und Medien, und seiner Delegation. Der ehemalige Staatssekretär für Forschung und Technologie ist ein ausgewiesener Kenner der deutschen Forschungslandschaft. Um verkürzten Innovationszyklen gerecht zu werden, ist eine effiziente Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft von steigender Bedeutung. Die Positionierung einer Region als Kompetenz-Cluster stärkt sie für den Wettbewerb um Drittmittel.

Bremerhaven, den 31. März 2009. Norddeutschland ist der Landstrich, den man landesweit mit Leuchttürmen in Verbindung bringt. Dass auch in der Forschungslandschaft einige Leuchttürme im Bereich Lebensmitteltechnologie für diese Region charakteristisch sind, zeigt die Entwicklung einzelner Institute und Einrichtungen. Das ttz Bremerhaven hat auf europaweiter und regionaler Ebene zahlreiche Projekte zur Produkt- und Verfahrensoptimierung gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern realisiert. In Verbundprojekten, in denen das ttz häufig als Koordinator auftritt, profitierten Unternehmen aus der Region langfristig von dem Zugang zu internationalem Experten Know-how. Die überwiegend mittelständisch geprägte Nahrungs- und Genussmittelindustrie verfügt meistens nicht über ausreichende Ressourcen für eigene Abteilungen, die sich auf Forschung und Entwicklung konzentrieren. Gerade Ergebnisse aus diesen Bereichen können jedoch echte Alleinstellungsmarkmale schaffen und damit Wettbewerbsvorteile begründen. Im Lande Bremen ist die Konzentration der Lebensmittelproduzenten hoch.

Die Entwicklung neuer Ansätze und die Überprüfung ihrer Praxistauglichkeit hat das ttz Bremerhaven hauptsächlich im Rahmen von EU-Projekten oder mit Unterstützung regionaler Förderinstrumente realisiert. Im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union, das Ende 2007 anlief, haben die Bremerhavener Forscher bereits elf Projekte in Millionenhöhe gestartet. Durch eine Erfolgsquote von rund 30 Prozent bei der Akquise auf EU-Ebene ist es dem ttz Bremerhaven möglich, den Anteil der öffentlichen Grundfinanzierung auf 15 Prozent zu beschränken. Das schafft Bewegungsspielräume und Planungssicherheit auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten. „Mir ist kein weiterer Fall bekannt, in dem die Finanzierung aus öffentlichen Mitteln für eine Forschungseinrichtung so gering ist“, bestätigt Staatsminister Neumann bei dem Besuch in Bremerhaven. Begleitet wurde er von Thorsten Raschen, Fraktionsgeschäftsführer der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Torsten Neuhoff, dem Landesgeschäftsführer der CDU-Bremen, Michael Glintenkamp, Silke Allers, Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung, sowie dem CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Carl Kau.

In Norddeutschland ist die Konzentration der Lebensmittelinternehmen und Forschungseinrichtungen besonders hoch. „Die Vernetzung der Forscher im Norden Deutschlands mit ihren spezifischen Kernkompetenzen muss weiter ausgebaut werden. Eine stärkere Verbundforschung auf nationaler Ebene kann die Position der Region im Wettbewerb um Drittmittel verbessern, “ bringt Matthias Kück, Technischer Direktor des ttz Bremerhaven, das Bestreben seines Unternehmens auf den Punkt. Das ttz Bremerhaven nutzt ein weitgefächertes Partnernetzwerk, um mit starken Bündnissen Signalwirkung zu entfalten. Da zahlreiche große Forschungsgesellschaften ihren Stammsitz in Süddeutschland haben, können nur strategische Zusammenschlüsse das Profil der Forschungslandschaft im Norden schärfen und ihre Weiterentwicklung  sichern.

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Bildunterschrift:

Den Norden als Forschungsstandort für die Zukunft fit machen - diese Ziel eint Forschung und Politik. Staatsminister Bernd Neumann (3. Von rechts) folgte der Einladung zu einem Expertengespräch im ttz Bremerhaven. Dr. Mark Lohmann, Britta Rollert, Prof. Carsten Harms, Matthias Kück und Mirko Hänel vermittelten ihm, welchen Beitrag das Forschungsunternehmen dazu leisten kann.

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.