Sinnesparcours trainiert feines Gespür

kind sensorik26.03.2009

Stichworte: Kinderuni, Sensorik, Sinnesparcours

Eine Waage wird geeicht, um eine exakte Messung sicherzustellen, ein Musikinstrument wird gestimmt, damit jeder Ton sitzt. Doch wie lässt sich ein Mensch eichen, um Geschmacksempfindungen genau einzuordnen? Das Sensoriklabor des Forschungsunternehmens ttz Bremerhaven hat Methoden entwickelt, um aus normalen Verbrauchern Experten für Petersilie, Kartoffeln, Schokolade oder Wein zu machen. Dazu gehört neben viel Übung und einem guten Geschmacksgedächtnis ein Vokabular, um die feinen Unterschiede klar zu klassifizieren. Mit ihren Bewertungen erleichtern sie die Suche der Lebensmittelindustrie nach Stärken und Schwächen von Produkten. Bei der diesjährigen Kinderuni an der Universität Bremen werden Mitarbeiter des Sensoriklabors zeigen, wie „Geschmacksexperten“ zu Werke gehen und wie unsere Sinne funktionieren und zusammenspielen.

Bremerhaven, März 2009. Die Kinderuni an der Universität Bremen hält diesmal auch Angebote bereit, bei denen die Sinne der Teilnehmer wachgekitzelt und ein genaues Hinspüren gefördert werden. Das Sensoriklabor am ttz Bremerhaven eröffnet am 1. April um 12.30 Uhr einen interaktiven Sinnesparcours, der vier Sinne anspricht: Schmecken, tasten, riechen und sehen liefern unserem Gehirn Informationen, die sich zu einem bestimmten Eindruck zusammenfügen. Aber was passiert, wenn einer der Sinne an der Nase herumgeführt wird und die Probe nicht dem entspricht, was wir erwarten? Oder wenn wir Schnupfen haben? Zwanzig Kinder können sich in der Laboreinheit selbst überzeugen, „Wie die Sinne uns (ver-)leiten.“ Im Alltag werden die feinen Sinneseindrücke oft überdeckt. Die Belohnung für ein wieder Bewusstmachen ist ein intensiveres sinnliches Erleben und die Wiederentdeckung des Geschmacksreichtums jenseits des Einheitsgeschmacks.

Auch im Sensoriklabor am ttz Bremerhaven werden Produkte aufmerksam verkostet, bevor sie später im Supermarktregal Platz finden. Lebensmittelproduzenten zielen auf eine möglichst große Konsumentengruppe ab, wenn sie ein neues Produkt auf den Markt bringen. Damit die Akzeptanz vorhersagbar wird, führt das Sensoriklabor so genannte Pre-Tests durch. Dabei werden Produkte von Verkostern bewertet: Sind Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl angenehm? Kann dieses Produkt auch im Vergleich mit Konkurrenzprodukten überzeugen? Stärken und Schwächen werden dabei in Worte gefasst. „Das erfordert Phantasie und auch Mut, ungewöhnliche Vergleiche anzustellen. Wein kann da schon einmal „nach altem Schrank“ schmecken oder Cola nach „Schuhputzcreme“ riechen, “ berichten Kirsten Buchecker und Dr. Mark Lohmann. In ihrem Vortrag am 1. April um 10.30 Uhr berichten sie aus dem Alltag der „Food-Profiler“.

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

kind sensorik

Bildunterschrift:

Bei dem Sinnesparcours in der ttz Sensorik konnten die Kinder ihre Fähigkeiten beim sehen, riechen, schmecken und tasten unter Beweis stellen und sich an der Nase herumführen lassen.

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.