Berater der französischen Wirtschaftsministerin empfangen ttz Bremerhaven

franzsische botschaft 002_anschnitt218.02.2009

Stichworte: französische Wirtschaftsministerin, Fördergelder, Europäische Union, 7. Forschungsrahmenprogramm, Fördermittelakquise, Mittelstand

Berlin ist zwar nicht die geographische Mitte zwischen Paris und Bremerhaven, aber manchmal der zentralste Punkt für ein Beratungsgespräch. Eine Delegation der Inspection Genérale des Finances (IGF) traf am Freitag für einen Erfahrungsaustausch auf ttz-Geschäftsführer Werner Mlodzianowski und ttz-Mitarbeiterin Marie Shrestha. Fördergelder aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm wurden von mittelständischen Unternehmen in Frankreich bisher wenig abgerufen. Die Regierung sucht nun nach Wegen, den Unternehmern die Forschungsfinanzierung schmackhaft zu machen. Das ttz Bremerhaven gilt als Spezialist für EU-Forschungsprojekte mit Mittelstandsbeteiligung. Im 6. Rahmenprogramm hat der Dienstleister 14 Prozent des deutschen Gesamtfördermittelumfangs für außeruniversitäre Einrichtungen eingeworben.

Bremerhaven, 2009. Auch wenn die Unternehmerkultur in jedem Land ihre typische Ausprägung hat, lässt sich von positiven Beispielen einiges lernen. Der Beraterstab der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde besuchte in der letzten Woche Italien, Österreich und Deutschland, um Empfehlungen einzuholen, wie die Beteiligung des Mittelstandes am siebten Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union gesteigert werden kann. Die voranschreitende Globalisierung und das Lohngefälle machen Innovationen zu einer Notwendigkeit für kleine und mittelständische Unternehmen. Um Ihnen den Rücken zu stärken, stellt das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU von 2007 bis 2013 ein Fördervolumen von 54 Mrd. Euro zur Verfügung. 20 Prozent dieser Mittel werden laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von deutschen Unternehmen eingeworben. Diese Fördergelder können Unternehmen akquirieren, indem sie innovative Forschungsansätze entwickeln, die durch wirtschaftliche Erfolgsaussichten überzeugen.

Allerdings schreckt viele Unternehmen die bürokratische Seite des Prozesses. Neben dem Tagesgeschäft bleibt keine Zeit, um sich mit den Gepflogenheiten der Förderpraxis vertraut zu machen und einen Überblick über die Förderinstrumente zu erarbeiten. Während große Unternehmen sich eigene F&E Abteilungen leisten, ist der Prozess zur Erschließung von Innovationspotenzial in kleinen und mittelständischen Unternehmen oft nicht strukturell verankert und klar geregelt. Das ttz Bremerhaven bietet Unternehmen die Beteiligung an einem EU-Forschungsprojekt als `Rundum-Sorglos-Paket` an. Es umfasst den Gesamtprozess von der gemeinsamen Ideenfindung über die Auswahl eines geeigneten Förderinstrumentes bis zur Antragskonzeption, die Suche nach Projektpartnern, das Projektmanagement und schließlich Unterstützung bei der Vermarktung der Ergebnisse. Die Bremerhavener Forscher bewegen sich auf dem Förderparkett sicher und kennen die Denkweise der Unternehmen.

„Ein Know-how-Abfluss ist bei Verbundforschungsprojekten nicht zu befürchten, da Vermarktung und Verwendung des gemeinsam aufzubauenden Intellectual Property bereits vor dem Projektstart klar und verbindlich geregelt werden. Projektpartner wählen wir so aus, dass sie nicht in direkter Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich in ihren Kompetenzfeldern ergänzen“, so Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven. Das internationale Team des ttz Bremerhaven ist für die Zusammenarbeit mit Partnern an Standorten in aller Welt bestens gerüstet. Die mehr als zwanzigjährige Expertise als Koordinator zahlreicher Projekte hat die interkulturellen Kompetenzen gestärkt und ein verlässliches globales Partnernetzwerk begründet. Im siebten Rahmenprogramm, das Ende 2007 anlief, erhielten die Wissenschaftler bereits für 17 Projekte grünes Licht aus Brüssel.

„Das Beispiel des ttz Bremerhaven zeigt, dass mit schlanken Strukturen und begrenzten Personalkapazitäten sehr effektiv gearbeitet werden kann. Die Spezialisierung auf die Kompetenzbereiche Lebensmittel- und Umwelttechnologien ermöglicht eine klare Positionierung und den gezielten Aufbau eines tragfähigen Expertennetzwerks“, so das Fazit des Wissenschaftsreferenten Nicolas Cluzel nach dem Gespräch in Berlin.

Weitere Stationen auf dem Deutschlandbesuch der Delegation waren das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF), die Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes, der Technologiepark Berlin Adlershof sowie die Beratungsgesellschaft Zenit.

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Bildunterschrift:

Wie lässt sich die Attraktivität der Forschungsfördertöpfe für französische Mittelständler erhöhen? Nicolas Cluzel, Jean-Baptiste Dabezies, Vincent Susplugas, Magali Brabant, Philippe Pascal und Yves-Laurent Mahé (von links nach rechts) luden Werner Mlodzianowski und Marie Shrestha vom ttz Bremerhaven zum Erfahrungsaustausch ein.

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.

18.02.2009

Stichworte: französische Wirtschaftsministerin, Fördergelder, Europäische Union, 7. Forschungsrahmenprogramm, Fördermittelakquise, Mittelstand