Bioenergie kinderleicht

siegerfoto ort im land der ideen05.02.2010

Stichworte: "Ausgewählter Ort im Land der Ideen", FARMAGAS, Biogas, Schulkinder

Das ttz Bremerhaven ist in diesem Jahr „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. Damit ist es Preisträger im Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“, der gemeinsam von der Deutschland-Standortinitiative und der Deutschen Bank unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler durchgeführt wird. Gewonnen hat der Forschungsdienstleister mit dem EU Projekt „FARMAGAS“. Dessen Ziel ist die Verbreitung der Biogasproduktion in Polen, Rumänien und Ungarn. Ein pädagogischer Ansatz bei der Wissensvermittlung schärft das Bewusstsein für das Thema bereits bei Grundschülern.

Bremerhaven, Februar 2010. Zur Erzeugung von Bioenergie wird Biomasse zu Biogas vergoren. Biomasse ist konservierte Sonnenenergie in Form von Energiepflanzen oder pflanzlichen und tierischen Reststoffen. Das EU Projekt FARMAGAS hat zur Hauptaufgabe, biogasbezogenes Wissen im osteuropäischen Raum weiter zu verbreiten und dort die Anwendung der Biogasproduktion aus landwirtschaftlichen Reststoffen voran zu treiben. Um bis zum Jahr 2020 das ehrgeizige europäische Ziel zu erreichen, 20% der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien abzudecken, gewinnt die Energieerzeugung aus Biogas zunehmend fachliches Interesse. In diesem Zusammenhang  ist auch eine steigende Akzeptanz in der Bevölkerung unabdingbar. FARMAGAS schafft dafür die Basis: In Kooperation mit Schulen werden die Grundzüge der Biogasproduktion durch einfache Experimente erlebbar gemacht. Schulkinder wurden als eine wichtige Zielgruppe identifiziert, weil sie sich mit großer Unvoreingenommenheit neuen Themen öffnen und gleichzeitig die Energieverbraucher der Zukunft darstellen. Zudem verfügen Kinder über ein enormes Weiterverbreitungspotential: Über den Weg in die  Familien wird auch die breite Öffentlichkeit erreicht.

Für diesen Ansatz erhält das ttz Bremerhaven als Koordinator von FARMAGAS am 5. Februar den Innovations-Preis „Ausgewählter Ort 2010“. Die Jury begründet Ihre Entscheidung mit dem zukunftsweisenden Konzept. Der Forschungsdienstleister setze seine „Idee und Mission in die Tat um und gestaltet als ökologisches wie gesellschaftliches Vorbild unsere europäische Energie- und Klima-Zukunft.“ Durch Wissenstransfer und die Verbreitung von Know-how trägt FARMAGAS dazu bei, die Verwendung von Abfällen und Reststoffen europäischer landwirtschaftlicher Betrieben zu erhöhen.

ttz-Geschäftsführer Werner Mlodzianowski betont in diesem Zusammenhang die ökonomische Zugkraft der ökologischen Technologien: „Die Zukunft der Energieversorgung wird auf einem Mix unterschiedlicher Energieträger beruhen. Biogas allerdings wird unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine immer wichtigere Säule in diesem Mix darstellen. Anwendungsorientierte Forschung eröffnet neue Potenziale in diesem Markt und fördert den effizienten Einsatz vielversprechender Entwicklungen.“

FARMAGAS Projektkoordinatorin Dr. Anne Berghoff verdeutlicht die technologischen Vorteile von Biogas und hebt die Flexibilität des Energieträgers hervor. „Biogas ist ein speicherfähiger Energieträger, dessen großer Vorteil - im Vergleich zu Solar- oder Windenergie – die mögliche Steuerung der Verfügbarkeit ist. Zudem kann dieser Energieträger vielfältig eingesetzt werden: zur Strom- und Wärmeproduktion und auch als Treibstoff.“ Dr. Gerhard Schories, Leiter des Umwelt-Bereiches am ttz Bremerhaven, ergänzt:  „Die viel diskutierte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion lässt sich dadurch einschränken oder umgehen, dass, wie im Projekt FARMAGAS vorgesehen, verstärkt Reststoffe für die Biogasproduktion eingesetzt werden. Somit wird gleichzeitig ein Beitrag zur Etablierung eines nachhaltigen Abfallkonzeptes geleistet.“

Die Begründung der Jury zur Verleihung des Preises unterstreicht, dass sich das ttz Bremerhaven einer der drängendsten Herausforderungen weltweit widmet: der Klimazukunft. Das Projekt sorge dafür, dass klimafreundliche Energie schneller in der Zielregion Osteuropa Fuß fassen kann. Das „beispielhafte Entwicklungskonzept löst durch die Vergärung landwirtschaftlicher Reststoffe bestehende Entsorgungsprobleme und bietet den Landwirten in strukturschwachen Regionen eine neue Einkommensquelle“. Dabei setze das Projekt auf nachhaltigen Wissenstransfer und die Verbreitung von Know-how. Somit schaffe es ein „nötiges Bewusstsein für die Entwicklung alternativer Energien in der Öffentlichkeit und der Politik Osteuropas“.

Im Rahmen der Preisverleihung wurden in einer Diskussionsrunde unter dem Motto „Erneuerbare Energien als treibende Kraft für die Region“ die Anwendungspotenziale der Bioenergie ausgelotet. Es diskutierten Jörg Schulz, Oberbürgermeister Bremerhaven; Ingo Kramer, Präsident der Unternehmerverbände im Land Bremen e.V.; Uwe Beckmeyer, MdB und Senator a.D.; Paul Bödecker, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion Bremerhaven sowie Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer ttz Bremerhaven.

 

Weitere Informationen zu dem Projekt FARMAGAS:

 

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Bildunterschrift: 

Auf dem Siegerfoto sind v.l.n.r zu sehen: Herr Dr. Gerhard Schories, Leiter des Umweltbereiches des ttz Bremerhaven; Frau Dr. Anne Berghoff, Projektleiterin FARMAGAS; Herr Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer ttz Bremerhaven, Herr Henning Heidelk, Deutsche Bank Bremen.

Foto: ttz Bremerhaven/ Christian Colmer.

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Bildunterschrift:

An vereinfachten Modellen können die Schulkinder die Biogasproduktion selber ausprobieren.

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Bildunterschrift:

Barbara de Mena vom Umweltbereich des ttz Bremerhaven erklärt Bioenergie anschaulich.

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Bildunterschrift:

Das ttz Bremerhaven besucht die Kinder in der Schule und erklärt Grundlagen zur Bioenerge.

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Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt, Gesundheit und Beratung.