Erntesystem für KUP-Mutterquartiere im Praxistest

Rodpicker Copyright TU Dresden

27.11.2013

Stichworte: Kurzumtriebsplantagen (KUP), Energieholzgewinnung, Erntesystem

Bei der Gewinnung von Energieholz spielen Kurzumtriebsplantagen (KUP) eine zentrale Rolle. Um KUP anlegen zu können, wird Pflanzmaterial von Mutterplantagen benötigt, das zahlreichen Anforderungen genügen muss. Das ttz Bremerhaven und seine Partner entwickeln im EU-Projekt „ROD-PICKER“ ein Erntesystem, das diese Kriterien berücksichtigt. Im kommenden Winter beginnt die Testphase auf dem Feld.

Bremerhaven, 27. November 2013. Pflanzen zu ernten ist mühevoll. Erst recht, wenn es darum geht Stecklinge zu gewinnen. Denn die hierfür benötigten Ruten müssen geschnitten, sortiert, gebündelt und anschließend verpackt werden. Das EU-Projekt „ROD-PICKER“, an dem auch das ttz Bremerhaven mitwirkt, entwickelt ein Erntesystem, um diesen aufwendigen Prozess zu automatisieren. Nachdem die Projektpartner alle notwendigen Anforderungen und technischen Komponenten ermittelten, beginnen sie jetzt mit der praktischen Umsetzung und schicken das Erntesystem im Februar 2014 zum ersten Mal für Tests aufs Feld. 

„Es ist seine Multifunktionalität, die das ROD-PICKER-System auszeichnet: Die Technologie erntet, sortiert, bündelt und verpackt die Ruten, aus denen Stecklinge für KUP wie Weiden und Pappeln gewonnen werden. Damit ist das ROD-PICKER-System im Vergleich zu den üblichen Ernteverfahren deutlich leistungsstärker“, sagt Projektleiterin Bárbara De Mena Pardo vom ttz Bremerhaven. Der Automatisierungsgrad konventioneller Verfahren beschränkt sich in der Regel auf das Abtrennen der Ruten vom Rest der Pflanze. Mit ROD-PICKER hingegen entfällt das aufwendige Sortieren und Verpacken der Ruten von Hand.

Das ROD-PICKER-Erntesystem besteht aus mehreren untereinander abgrenzbaren Teilsystemen, die modular kombiniert und aufeinander abgestimmt sind. Die Teilsysteme werden von den Projektpartnern in enger Zusammenarbeit entwickelt und technisch umgesetzt, wobei eine möglichst große Kompatibilität mit bestehenden Erntemaschinen angestrebt wird. Das System schneidet die Ruten und sortiert sie anschließend mit Hilfe von Kamera- und Sensortechnologien. Der präzise Sortiervorgang berücksichtigt sowohl die Länge der Ruten, die je nach Wunsch variabel festgelegt werden kann, als auch mögliche Verästelungen, die Form und den Durchmesser der Ruten. Schließlich werden die Ruten entsprechend ihrer Sorte zu variablen Stückzahlen gebündelt und in Kartonagen verpackt.

Das im 7. Rahmenprogramm der EU geförderte Projekt ROD-PICKER vereint sechs Projektpartner aus dem Bereich Energieholznutzung. Es startete im Oktober 2012 und hat eine Projektlaufzeit von zwei Jahren.

 

 Weitere Informationen zu diesem Thema:

 

Projektbeschreibung: ROD-PICKER

Pressemitteilung: KUP-Marktplatform online

Pressemitteilung: Nationales Netzwerk für Energieholzplantagen

Pressemitteilung: Holzenergie vom Acker

Projektbeschreibung: BIO-HEAT

Pressemitteilung: Ernte auf Knopfdruck

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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Bildunterschrift:

CAD-Modell des ROD-PICKER Erntemodules mit Schneideinheit, Top Cutter und Transporteinheit.

©TU Dresden AST




Rodpicker1

Bildunterschrift:

Traktor bei Ernte im Mutterquartier für Weiden.

© ttz Bremerhaven

Rodpicker2

Bildunterschrift:

Geerntete und gebündelte Weidenruten zur Verwendung als Pflanzgut.

© ttz Bremerhaven


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Das ttz Bremerhaven ist ein unabhängiges Forschungsinstitut und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.

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