AQUZENTE setzen

aquzente

09.07.2012

Stichworte: Aquakultur, Forschungsprojekte, Umwelt

Netzwerk für Innovation in der Aquakultur

Unter Federführung des ttz Bremerhaven haben sich 14 Akteure aus der Aquakulturbranche zu dem Netzwerk AQUZENTE zusammengeschlossen. Technologische Innovationen für eine effiziente und nachhaltige Fischzucht und Vermarktung sind das Ziel.

Bremerhaven, 09. Juli 2012. Deutschland ist ein Importland für Speisefisch. Die Eigenproduktion aus nationalen Anlandungen beläuft sich auf gerade einmal 12 %. Der deutsche Aquakultursektor hat daran nur einen verschwindend geringen Anteil. Das soll sich mit dem vom BMWi geförderten Netzwerk AQUZENTE ändern. Es vereint die Betriebe der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ziel ist die Wettbewerbsfähigkeit in einem weltweit aufstrebenden Sektor gegenüber der internationalen Konkurrenz zu steigern.

Mehr Präsenz im Markt

Die Aquakultur ist der weltweit am schnellsten wachsende Sektor der Lebensmittelindustrie. Die Nachfrage nach neuen Technologien in der Zucht und Verarbeitung steigt. Die EU hat bislang nur einen Anteil von 8 % an der weltweiten Produktion, wobei der deutsche Beitrag derzeit auf Rang 8 der EU-Produktionsstandorte stagniert. AQUZENTE versteht sich als „Anschubinitiative“ für die beteiligten Unternehmen. Unter Leitung des ttz Bremerhaven können die Betriebe erfolgversprechende Ideen weiterentwickeln, die finanziellen Risiken einschätzen und schnellstmöglich zu marktfähigen Produkten umsetzen. In einem schwierigen Marktumfeld ist das dringend gefordert: Die Aquakultur hierzulande ist überwiegend regional und von vielen kleinen Familienbetrieben geprägt.

Nichtsdestotrotz hat der Sektor mit Technologieanbietern, Fischzüchtern, Verarbeitern und Vermarktern eine wirtschaftlich große Bedeutung mit Umsätzen von mehr als 3 Milliarden Euro im Jahr. Gleichzeitig steht er vor immer größeren Herausforderungen, die für die einzelnen Unternehmen aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen allein kaum zu bewältigen sind. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen deshalb bei Entwicklungsvorhaben und Markteintritt gezielt unterstützt werden.

Image braucht AQUZENTE

Während die Wildfischbestände rückläufig sind, steigt der Fischkonsum seit Beginn der 1990er Jahre weltweit stetig. Im Jahr 2010 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland 15,7 kg. Der Ausbau einer nachhaltigen Aquakultur bietet die Möglichkeit, den Konsum von wild gefangenem Fisch zu reduzieren und damit natürliche Fischbestände zu entlasten. In der Öffentlichkeit wird dies kontrovers diskutiert. Immer wiederkehrende Themen sind in diesem Zusammenhang der Einsatz von Antibiotika, Diskussionen über das Tierwohlergehen und der hohe Fischmehlanteil in konventionellen Futtermitteln. Allerdings: Gerade die deutsche Aquakultur bemüht sich um eine Fischzucht, die ökonomisch erfolgreich, umweltfreundlich und sozial gerecht ist. AQUZENTE unterstützt die Partner daher insbesondere bei der Kommunikation ihres Engagements gegenüber dem Endverbraucher. Die Aktivitäten orientieren sich an den aktuellen Fragestellungen der beteiligten Unternehmen. Gemeinsam soll der Bedarf an neuen Technologien und Verfahren identifiziert und das Image der deutschen Aquakultur bei den Konsumenten durch mehr Aufklärung verbessert werden.

Offene Partnerwahl

AQUZENTE nahm im April 2012 mit 14 Gründungsmitgliedern seine Arbeit auf. Die Teilnahme weiterer Partner, die die Expertise des Netzwerks sinnvoll ergänzen, ist ausdrücklich erwünscht. Angesprochen sind insbesondere Technologieanbieter, Aquakulturbetriebe aller Art, Verarbeiter und Vermarkter, Futtermittelhersteller, Investoren sowie Verbände und Forschungseinrichtungen. Das Netzwerk wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) im Fördermodul Netzwerkprojekte (ZIM-NEMO) gefördert. Projektträger ist die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH mit Sitz in Berlin.

 

Folgende Unternehmen sind an dem Netzwerk beteiligt:

 

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Homepage AQUZENTE

Projektbeschreibung: AQUZENTE - Zentrales Netzwerk Aquakultur

Dienstleistungsportfolio des Bereichs Aquakultur am ttz Bremerhaven

Projektbeschreibung: CHILL-ON - Verbesserung der Kühlkette durch Rückverfolgbarkeit der gesamten Lebensmittelversorgungskette

Projektbeschreibung: Freshlabel - Entwicklung eines integrativen Lösungsansatzes zur Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit der Kühlketten von frischen, gekühlten Fleisch- und Fischprodukten mittels maßgeschneiderter Zeit/Temperatur-Indikatoren

Projektbeschreibung: IQ-FRESHLABEL - Developing novel intelligent labels for chilled and frozen food products and promoting the influence of smart labels application on waste reduction, food quality and safety in the European supply chains

Termin: AQUAZENTE auf der AQUA 2012

Pressemitteilung: Öko-Shrimps schützen Mangroven und soziale Standards

 


Pressebilder zur redaktionellen Nutzung (foto: ttz/pr)

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 Bildunterschrift:

Nachhaltige Aquakultur verlangt ein umfassendes und professionelles Management.

Foto: ttz Bremerhaven / AQUZENTE-Netzwerk.
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 Bildunterschrift:

Ernte gut, alles gut: Die Aquakultur ist der weltweit am schnellsten wachsende Sektor der Lebensmittelindustrie und soll in Deutschland ausgebaut werden.

Foto: ttz Bremerhaven / AQUZENTE-Netzwerk.

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Das ttz Bremerhaven ist ein Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit.