desertdrip

Desert-Drip

Desertifikationsbekämpfung in China mittels einer wassersparenden Bewässerungstechnologie

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Förderinstrument: Förderung durch AiF, Projektträger des BMWi, PRO INNO/NEMO
Projektdauer: 01.7.2008 - 31.03.2011
Projektleiter/in: Alexandra Oberdieck
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Der Kampf gegen die Wüste ist auch ein Kampf gegen die Zeit. In Chinas Norden schreitet die Desertifikation extrem schnell voran: Im Norden bedroht eine 4.500 km lange und 600 km breite versandende Zone den fruchtbaren Ackerboden und damit die Existenzgrundlage der Landbevölkerung. Die Abtragung des Nährbodens durch Erosion wirkt sich direkt auf das Leben von ca. 170 Millionen Menschen aus. Die Kubuqi-Wüste, siebtgrößte Wüstenfläche der Welt, liegt der Hauptstadt Peking am nächsten und gefährdet somit Anbauflächen, die auch für die Versorgung dieses Ballungsraumes existenziell sind. Die Übernutzung von Boden- und Wasserressourcen sowie die Zerstörung der natürlichen Vegetation beschleunigen diese Entwicklung. Ein wichtiges Mittel für den Erhalt von Ackerland sind grüne Vegetationszonen. Durch eine Verringerung der Windgeschwindigkeit minimieren sie die Abtragung fruchtbarer Erde sowie die Verdunstungsintensität. Auf den angrenzenden Feldern ist dadurch weniger Bewässerung notwendig.

Ingenieurwissenschaftliches Know-how aus den Bundesländern Bremen und Brandenburg soll zur Entwicklung eines neuartigen Konzeptes für das Vegetationszonen-Management beitragen. Im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministeriums geförderten Projektes „DesertDrip“ vereinen das Unternehmen WATERMAN, das ttz Bremerhaven und das UFT der Universität Bremen ihre Kompetenzen. Auf einer Testfläche des Chinesischen Forstwissenschaftlichen Instituts (Academy of Forestry Science Hohhot) in der Inneren Mongolei wird eine Kombination aus Bewässerungs-, Erosionsschutz und Bepflanzungsmanagement entwickelt, die auch den regional üblichen extremen Klimaschwankungen widersteht. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind dabei wie folgt auf die drei Akteure verteilt:

 

Bepflanzungsmanagement

Aufgabe des ttz Bremerhaven ist die Auswahl, Kombination und Anordnung regionaler Pflanzen in den Vegetationsgürteln. Dabei zählt nicht nur die Erosionsschutzleistung und aufgenommene Wasser-, und Nährstoffmenge einer Pflanzenart, sondern auch die Einkommensmöglichkeiten z.B. durch Verkäufe von Holz und Früchten. Eine Mischung von heimischen Baumarten verleiht der Pflanzung Stabilität und erhöht die Biodiversität einer Region.

 

Bewässerungsmanagement

Mit dem dip-stick®-System, das 2004 unter den Finalisten zum Bremer Umweltpreis war, will die Firma WATERMAN die Wasserökonomie der Windschutzpflanzungen verbessern. Durch eine Bewässerung an die Pflanzenwurzeln können Verdunstungsverluste und Bodenversalzung minimiert werden.

 

Erosionsschutz

Das ReviTec®-Verfahren des UFT/Universität Bremen erhöht den Erosionsschutz an den Vegetationsstreifen. Aus Substrat wird mit Kompost, Bodenzuschlagstoffen und Bioaktivierung eine „belebte Erde“ geschaffen, die den Anbau der Pflanzen erleichtert.

 

Eine Pressemitteilung zu den ersten Erfolgen des Projektes (Erste Wachstumsperiode liefert wertvolle Hinweise) finden Sie hier.

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