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Bilgenwasser

Entwicklung und Erprobung eines Prototyps zur Separation von Öl, Schwermetallen, Feststoffen und Rußpartikeln aus Bilgenwasser

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Förderinstrument: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF)
Projektdauer: 01.09.2008 – 31.08.2010
Projektleiter/in: Wolfgang Schulz

Bilgenwasser entsteht durch Leckagen, bei der Entwässerung von Absetz- und Schlammtanks sowie durch Rückstände beim Abfluss im Zuge verschiedener Reinigungsprozesse. Es kann Salzwasser, Kühlwasser, Treibstoff und Schmieröl, Ruß- und Schmutzpartikel enthalten. Das Bilgenwasser sammelt sich in der so genannten Bilge, der Vertiefung im unteren Teil des Schiffsrumpfs. Ob Fährschiff, Containerschiff, Öltanker oder Frachter: Täglich sammeln sich auf jedem Schiff je nach Größe 1.000 bis 10.000 Liter Bilgenwasser. Dies zieht ein akutes Entsorgungsproblem nach sich. Die International Maritime Organization (IMO) hat mit der Festlegung einer Obergrenze von 15 ppm Ölgehalt eine weltweit verbindliche Vorgabe geschaffen. Jedes registrierte Schiff verfügt über einen eingebauten zertifizierten Prüfmechanismus, der den Abfluss von Bilgenwasser während der Fahrt reguliert und vor Manipulationen geschützt ist. Bevor verschmutztes Wasser abgelassen werden kann, muss es intensiv aufbereitet werden.

Viele Schiffe reinigen ihr Bilgenwasser vor der Entsorgung mit einem Öl-Wasserabscheider. Diese übliche Praxis stößt bei stark verschmutztem Wasser schnell an ihre Grenzen: Nach wenigen Stunden Arbeitseinsatz ist eine zeitintensive Reinigung der Geräte häufig unumgänglich. Nach diesem Verfahren ist die Wasserqualität häufig noch so schlecht, dass das Wasser zurück an Land befördert und gereinigt werden muss.

Im Rahmen dieses Projektes soll eine Anlage entwickelt und an Bord eines Schiffes aufgebaut werden, die durch die Verwendung neu entwickelter Einzelkomponenten, den speziellen Aufbau und eine effektive Automatisierung dazu beitragen, ölhaltiges Bilgenwasser ökonomisch, effektiv, sicher und ökologisch an Bord zu behandeln. Unter realen Schiffsbedingungen wird auf diesem Weg Bilgenwasser wirtschaftlich und umweltfreundlich so aufbereitet, dass der Ölgehalt mit 5 ppm deutlich unter dem kritischen grenzwert liegt schwermetalle und sonstigen verunreinigungen werden dabei separiert.

 

Weitere Informationen zum Projekt Bilgenwasser:

Pressemitteilung: Regionaler Entwicklungszusammenarbeit für Wasserqualität und Gewässerschutz

Netzwerk: Wasser&Technik